Die Archive im Einzelnen - Donaueschingen

 

Das Fürstliche Fürstenbergische Archiv in Donaueschingen

Unter den deutschen Archiven nimmt das Fürstenbergarchiv eine besondere Stellung ein. Es wurde in den Jahren 1756 bis 1765 nach Plänen des fürstenbergischen Baudirektors Salzmann errichtet und ist damit ein sehr altes, wenn nicht das älteste eigens für diesen Zweck errichtete und bis heute kontinuierlich als Archiv genutzte Gebäude in Deutschland. Der Bau ist einschließlich seiner beiden übereinanderliegenden Keller und des ausgebauten Speichers sechs Stockwerke hoch. Einziger äußerer Schmuck der durch Lisenen gegliederten Fassade sind eine Freitreppe und das Portal mit seinem schmiedeisernen, reichverzierten Wappen. Ansonsten ist alles Bauliche völlig auf den Zweck hin ausgerichtet. Anderthalb Meter dicke Außenmauern und kreuzgratgewölbte Decken, diese ausschließlich aus Bruch- und Ziegelsteinen gemauert, schwere eiserne Gitter und Läden vor den Fenstern, ebensolche Türen in sämtlichen Räumen sollen Einbrüche, Brände und allzu starke Klimaschwankungen vermeiden. Auch die ursprüngliche Archiveinrichtung mit ihren Fluchtkisten, den großen Arbeitstischen und dem barocken Bibliotheksgestühl hat sich bis heute fast vollständig erhalten. Das Fürstlich Fürstenbergische Archiv enthält die Nachlässe der fürstlichen Familienangehörigen und die Überlieferung der fürstlichen Privatverwaltungen.

Bis 1806, dem Jahr der Mediatisierung des Fürstentums Fürstenberg, ist es darüber hinaus das Archiv der fürstenbergischen Lande in Schwaben.

fuerstenberg-kultur.de/deutsch/ff-fs.htm

Die Bestände des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs (FFA) ist unterteilt in ein „Historisches Archiv“ (bis 1806) und in ein „Verwaltungsarchiv“ (seit 1806). Es weist folgende Bestände aus:

HISTORISCHES ARCHIV

HAUPTARCHIV

Principaliora (u.a. Ankunftstitel, d.h. Erwerbungen des Hauses, Veräußerungen, Landesteilungen, Verträge mit fürstenbergischen Landschaften und Gemeinden sowie mit benachbarten Territorien, Städten und Klöstern, Privilegien, Landesordnungen, Lehen des Hauses Fürstenberg vom Reich und vom Hause Österreich, Erb- und Landeshuldigungen, inkorporierte Archive der Häuser Werdenberg, Sulz, Zimmern, Lupfen, Pappenheim, Gundelfingen, HelfenStein und Reischach); Illustria (eigentliches Hausarchiv); Senioratlehen (vom Hause ausgegebene Lehen); Ecclesiastica (fürstenbergische Pfarreien, Klöster, Spitäler und Leprosorien, u.a. mit den Klosterarchiven von Amtenhausen, Friedenweiler, Grünwald, Neudingen, Riedern, Rippoldsau, Tannheim und Wittichen); Jurisdictionalia (Landeshoheit und Gerichtsbarkeit, Differenzen hierüber mit benachbarten Territorien, Städten und Klöstern); Dicasterialia (Regierungen zu Heiligenberg, Meßkirch, Stühlingen und Donaueschingen; Hofkammer, Domänenkanzlei, Justizämter, Gesandte und Agenten, Advokaten und Prokuratoren, Scharfrichter); Reichsritterschaft, Reichshofrat, Reichskammergericht Wetzlar, Hofgericht Rottweil, Landgericht Schwaben, Renovationen und Urbare, Landschaftsakten, Reichstagsakten, Kreisakten, Schwäbisches Grafenkollegium, Aliena (Urkunden und Akten nicht-fürstenbergischer Provenienz, bzw. Pertinenz) CAMERALARCHIV Cameralia (herrschaftliche Güter und Einkünfte, Zehnten, Ungeld, Zoll, Handel und Gewerbe, Bevölkerungsstand); Forestalia, Militaria, Bergwerke, Aktiv- und Passivkapitalien (Schuldsachen); GEMEINE REGISTRATUR Causae Subditorum (Untertanensachen, darunter Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Bürger- und Hintersassenaufnahmen, Manumissionen, Fronwesen); Politica (Polizeisachen, darunter Markt, Handel und Handwerk, Sanitäts-, Straßen-, Feuer-, Post- und Schulwesen); Criminalia.

VERWALTUNGSARCHIV

Fürstliche Zentralverwaltung (Kammer, Archiv, Hauptkasse), Hofverwaltung, Bauverwaltung, Domänenverwaltung und Gutsverwaltung, Forst- und Jagdverwaltung, Berg- und Hüttenverwaltung, Gewerbebetriebe (E-Werke in Donaueschingen und Heiligenberg, Maschinenfabrik Immendingen, Basaltwerke, Brauereien Donaueschingen und Friedenweiler, Holzindustrie usw.)