Die Archive im Einzelnen - Freiburg STAF

Das Staatsarchiv in Freiburg

Das Staatsarchiv Freiburg ist das für den Regierungsbezirk Freiburg zuständige Archiv. Es bewahrt die schriftliche Überlieferung der staatlichen Mittel- und Lokalbehörden im Regierungsbezirk ab 1806 sowie die wertvollen Bestände der Zentralbehörden des Landes (Süd-) Baden aus der Zeit 1945-1952 mit dem Schriftgut der Ministerien, des Landtags, des Staatsgerichtshofs und der Staatskanzlei auf. Hervorzuheben ist außerdem die reiche Überlieferung der badischen Bezirksämter und Gerichte mit Quellenmaterial für die lokale und regionale Forschung. Interessant für Fragestellungen der Familien- und Auswandererforschung sind die Zweitschriften der Kirchenbücher aus dem 19. Jahrhundert.

Die Bestände der Landesbehörden werden ergänzt durch Archivalien regionaler mittlerer und unterer Reichs- und Bundesbehörden sowie durch reichhaltige Sammlungs- bestände wie Nachlässe, darunter der Nachlass des südbadischen Staatspräsidenten Leo Wohleb, Adelsarchive, Karten, Pläne, Plakate und bemerkenswerte Fotosammlungen.

A  Baden 1806 – 1945: Mitte- und höhere Sonderbehörden;

B  Baden 1806 – 1945: Untere Behörden, untere Sonderbehörden;

C  (Süd-)Baden 1945 – 1952: Ministerien und Zentralbehörden;

D  (Süd-)Baden 1945 – 1952: Landesoberbehörden, Höhere Verwaltungs- und Höhere Sonderbehörden

E  (Süd-)Baden 1945 – 1952: Untere Verwaltungs- und untere Sonderbehörden;

F  Baden-Württemberg 1952 ff.: Ober- und Mittelbehörden;

G  Baden-Württemberg 1952 ff.: Untere Behörden, untere Sonderbehörden;

K  Karten und Pläne;

L  Selekte;

M  Deutsches Reich bis 1945: Mittelbehörden;

N  Deutsches Reich bis 1945: Untere Behörden, untere Sonderbehörden;

P  Bundesrepublik Deutschland: Mittelbehörden;

Q  Bundesrepublik Deutschland: Untere Behörden, untere Sonderbehörden;

S  Standesherrschaften, Selbstverwaltungskörperschaften, Körperschaften,Anstalten/Stiftungen öff. Rechts;

T  Nachlässe und Familienarchive

U  Deposita

V  Nichtstaatliche Archive

W  Sammlungen und Sonderbestände

Aus diesem Bestand sind mehrere Teilbestände von Interesse, in denen sich Ereignisse rund um Namensträger(innen) widerspiegeln können. Unter L „Selekte“ im Bestand L 10 finden sich die Zweitschriften der von 1810 bis zum 1. Februar 1870 von den Pfarrern und Rabbinern als „Beamte des bürgerlichen Standes„ geführten Kirchenbücher südbadischer Gemeinden. Mit dem Inkrafttreten des nach dem Vorbild des französischen Code Napoleon gestalteten Badischen Landrechts zum 1. Januar 1810 wurde u.a. das Personenstandswesen neu geregelt. Das 2. Einführungsedikt zum Badischen Landrecht vom 22. Dezember 1809 beauftragte die Pfarrer der christlichen Konfessionen sowie die Rabbiner der jüdischen Gemeinden als Beamte bürgerlichen Standes mit der Führung der Geburts-, Ehe- und Totenbücher. Diese hatten die Kirchenbücher (Standesbücher) doppelt zu führen und mussten eine Fertigung nach Jahresschluss an das zuständige Bezirksamt abliefern. Mit der Errichtung der Amtsgerichte zum 1. September 1857 gingen diese Zweitschriften von den Bezirksämtern an die Amtsgerichte über. Durch das Gesetz über die Beurkundung des bürgerlichen Standes vom 21. Februar 1869 wurden mit Wirkung zum 1. Februar 1870 die Bürger- meister zu Standesbeamten bestellt. Die landesrechtliche Regelung des Personen- standwesens galt bis zum Inkrafttreten des Personenstandgesetzes des Deutschen Reiches vom 6. Februar 1875 am 1. Januar 1876.