Kappel

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Neustadt, S. 29 ff.:

Gemeinde

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Kappel mit ...

90

187

267

454

... Schleifenmühle

2

6

3

9

Summa

92

193

170

463

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 78:

Kappel

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

562

525

465

458

Ortsname

Von lat. capella = Kapelle.

Schreibweisen: von Kappelle 1337; Cappell zw. 1360 - 1370; Cappel 1382.

Geographisches

889 Meter Dorf am Südabhange eines Berges, 7 km v.d. A., Bahnstation im Wutachtal 3,2 km. Zum Dorfe Kappel gehören noch die Häuser 1. Bahnwartshaus, Gutachbrücke, Schleifhalde, Schleifemühle, Lehen, Enkenstein, Zipfelsäge. Dazu gehört seit 1927 die ehemals selbständige Stabhalterei Grünwald, bestehend aus Dorf Grünwald, 5,3 km, und einige Häuser, Klausenhof, 5,4 km.

Gemarkung: Größe im ganzen 1370 Hektar; davon sind Ackerfeld 158 Hektar, Wiesen 169 Hektar, Wald 838 Hektar. Eigentumsgrundstücke sind es 467, Wohngebäude 85, landwirtschaftliche Betriebe im ganzen 68; davon haben eine Fläche von unter 2 Hektar 26, 2 bis unter 10 Hektar 37, 10 bis unter 20 Hektar 2, 20 bis unter 50 Hektar 1; aufgeteilte Allmende 10 Hektar, davon entfallen auf Ackerfeld 10 Hektar.

Wirtschaftliches

(Stat. vom 16.6.1925): Landwirtschaft; Gewerbe; Arzt und Apotheke in Lenzkirch, 3,3 Kilometer, 1 Wirtshaus, 2 Gasthäuser, 1 Bäcker, 2 Brotniederlassungen, 6 selbst. Handwerksmeister, Höhenluftkurort; Industrie: 20 Industriearbeiter, davon 6 weibliche, alle 20 sind außerhalb ihres Wohnortes beschäftigt; Wohltätigkeit: Schwesternhaus (Gmde.) mit Kreuzschwestern Hegne für Hauskrankenpflege.

Ortsgeschichte

Der Ort ist 1337 erstmals als „von Kappelle" urkundlich erwähnt, war bis 1805 fürstenbergisch (Landgrafschaft Baar). Das Schul- und Rathaus wurde 1865 erbaut. Die Schule in der ehem. Kolonie Grünwald ging 1927 aus, wurde nach Holzschlag versetzt.

Prähistorisches: Bei Kappel wurde ein vorgeschichtlicher Ringwall entdeckt.

Sehenswürdigkeiten: Auf der Kappeler Höhe ist ein Denkmal für die 1796 hier gefallenen Österreicher. Vom Bahnhof Kappel-Gutachbrücke 300 Meter unterhalb sind die großartigsten Eisenbahnviadukte Gutachbrücke und Schwendholzviadukt.

Kirchliches

1275 ist die Kirche Kappel im Dekanat „Swainingen" erwähnt, zwischen 1360-70 im Dekanat „Limpach", 1497 im Dekanat Stühlingen. Kappel war ursprünglich nach Kloster Grünwald eingepfarrt. Für die Gründung der Pfarrpfründe stehen keine Urkunden zur Verfügung.

Die jetzige St. Gallus-Pfarrkirche ist 1680 erbaut, 1685 konsekriert, 1810 vergrößert, 1874 restauriert; 35 x 11 x 7 Meter, stillos, eben gelegen. Im Chore ist eine einfache, von Stabwerk umrahmte Sakramentsnische. Das Turmuntergeschoß ist älteren Ursprungs, wahrscheinlich von der älteren Kirche, ebenso der Chor mit Kreuzgewölben, etwa aus 1497.

Die Kapelle St. Anton von Padua, 9 qm, 0,8 qm entfernt, sine venia celebrandi - ohne Erlaubnis zur hl. Messe - ein Holzbau, ist 1884 erbaut.

Das Pfarrhaus, bei der Kirche eben gelegen, ist 1806 erbaut.

Die St. Magdalenen-Filialekirche in Grünwald - Das Paulinerkloster

(Es folgt eine umfangreiche Darstellung auf S. 79 f.)

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