Schluchsee

 

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 93:

Schluchsee

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

682

650

574

747

Ortsname

See in der Schlucht.

Schreibweisen: Slouchse, 838; Slochse, 1138; Schlouchse, 1352, Slöse, 1353, Sluochsew, 1411.

Geographisches

950 Meter. Dorf 0,5 km vom Schluchsee. Weiler Dresselbach, 3,2 km, ein Haus Waldhof, 3,5 km, Weiler Äule, 7,8 km, die Weiler Unter-, 3,4 km und Oberaha 6,3 km, Hof Unterkrummen, Weiler Unterfischbach 2,5 km, ein Haus Vogelhaus 2,5 km, Waldgemarkung Äule, Arbeiterhütte 10,3 km. Bahnstation Lenzkirch. Der Schluchsee liegt 900 Meter hoch, ist 3 km lang, 500 Meter breit und bis 31 Meter tief, fischreich. Er ist der Rest einer ehemaligen Gletschermulde. Die ihn ca. 100 Meter überragenden Bergrücken schaffen ein ebenso anmutiges als schönes Bild, das sehr an den Titisee erinnert.

Gemarkung: Größe im ganzen 3672 Hektar, davon sind Ackerfeld 190 Hektar, Wiesen 379 Hektar, Wald 2674 Hektar. Eigentumsgrundstücke sind es 749, Wohngebäude 115, landwirtschaftliche Betriebe im ganzen 112, davon haben eine Fläche von unter 2 Hektar 16, 2 bis unter 10 Hektar 54, 10 bis unter 20 Hektar 9, 20 bis unter 50 Hektar 1, 50 und mehr Hektar 1.

Wirtschaftliches

(St. v. 16.5.25): Land- und Forstwirtschaft. Gewerbe: 2 Gasthäuser, 1 Wirtshaus, 1 Metzger, 1 Bäcker, 2 Manufaktur- und Spezerei- sowie 1 Eisenhandlung, 1 Friseur, 11 selbst. Kaufleute, 15 selbst. Handwerksmeister, Fischzuchtanstalt, Höhenluftkurort mit Seebädern. Industrie: Holzstoffabrik Schwarzhalden, 3 Industriearbeiter, 1 außerhalb des Wohnortes beschäftigt. Wohltätigkeit: Schwesternhaus (Frauenverein) mit St. Franziskusschw. Gengenbach für Hauskrankenpflege.

Ortsgeschichte

Sch. ist erstmals 983 als „lacus Slouchse" urkundlich erwähnt. 1329 ist der Hof „ze Schlouchse" genannt. Der Ort gehörte zur Grafschaft Bonndorf, wurde 1806 badisch.

Sch. hatte einen Ortsadel: 1283 ein Walterus v. Sch., 1304 wieder Walterus v. Schl., Bürger in Bräunlingen. Anfang des 14. Jhs. scheint der Adel ausgestorben oder anderswohin verzogen zu sein. Das Schulhaus wurde 1840 erbaut. Die Schule (Hirtenschule) zählt 78 Schüler, davon 35 aus den Nebenorten. Das Schulhaus in Aha wurde 1837 erbaut, 1899 umgebaut.

Kirchliches

Von Anfang des Bestehens der Kirche war St. Nicolaus Kirchenpatron. Dieselbe ist 1095 schon erwähnt, 1508 und 1549 ist das St. Nicolaus-Gotteshaus von Schl. genannt. Die jetzige gotische Kirche ist 1662 erbaut, im 18. u. 19. Jh. gänzlich überarbeitet, 1893 vergrößert, 1904 und 1907 rest., 32 x 8,80 x 7 Meter, am südlichen Abhang eines Hügels erhöht gelegen.

Die Pfarrpfründe wurde 1701 errichtet, das Pfarrhaus nach 1701 erbaut, rest. 1905, auf der Anhöhe bei der Kirche.

Der Turm dürfte ursprünglich noch der romanischen Zeit angehören. Über dem barockisierten Rundbogenportal ist ein Stein mit Kreuz und Papststab. Oben sind einfache Fenster mit spätgotischem Maßwerk. Den Turm krönt ein Zwiebeldach des 18. Jhs.

Im Chore in der Wand der Evangelienseite ist eine spätgotische Sakristeinische mit ebenfalls spätgotischem Eisenverschluß. In der Kirche steht ein spätgotischer Taufstein. Auf dem Seitenaltar ist die sitzende Statue des hl. Nicolaus mit Stab, Mitra und den drei Steinen auf dem Buche. Auf dem anderen Nebenaltar eine Holzstatue des hl. Georg mit dem Drachen zu seinen Füßen. Über dem Triumpfbogen ist das Barockwappen von St. Blasien dargestellt. Bei der Kirche steht ein hübsches Kriegerdenkmal (Obelisk). In Äule ist eine von den Glasmeistern 1786 erbaute Kapelle ohne Patron und Celebration, 46 km, stillos.

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