Schönenbach/Schluchsee

 

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 94 f.:

Schönenbach (Schluchsee)

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

252

198

146

132

Ortsname

Die schönen Bäche Schwarzach und Mettnach, die den Ort umschließen.

Schreibweisen: Scönenbach, 1288; Schönnenbach, 1328; Schönenbach, 1383.

Geographisches

958 Meter, das Dorf liegt auf einem Bergrücken, welchen die bei den Tälern der Schwarzach und Mettnach umschließen, dazu gehören die Weiler Unterschwarzhalden und Oberschwarzhalden (Bockstaller Säge), Hof Kriesenbauer, Holzstoffabrik , Waldhüterhaus.

Gemarkung: Größe im ganzen 877 Hektar, davon sind Ackerfeld 99 Hektar, Wiesen 67 Hektar, Wald 642 Hektar. Eigentumsgrundstücke sind es 378, Wohnhäuser 26, landwirtschaftliche Betriebe im ganzen 25, davon haben eine Fläche von unter 2 Hektar 5, 2 bis unter 10 Hektar 18, 10 bis unter 20 Hektar 2; aufgeteilte Allmende 30 Hektar, davon entfallen auf Ackerfeld 10 Hektar.

Ortsgeschichte

Der Ort ist erstmals 1288 als „Scönenbach" urkundlich erwähnt. Sch. war anfangs ein Besitztum der Freiherrn von Kränkingen. Von diesen kam es an die jüngere Linie, genannt von Weißenburg in Roggenbach, um die Summe von 180 Gulden, ebenso auch die Ansprüche, welche Ritter Heinrich von Mundelfingen an der Vogtsteuer hatte. Diethelm von Weißenburg verkaufte 1312 das Fischenz (Fischerrecht) in der Schwarzach, besonders von dem Stege zu Schönenbach bis zum Schluchsee (indensze Slouze) um 11 M. Silber an das Stift St. Blasien. Dieses Kloster erkaufte auch 1408 den Ort um 150 Gulden von Diethelm, dem jüngeren von Weißenburg. Das Gotteshaus besaß daselbst 13 Lehen, von welchen jedes einen Scheffel Haber und sechs Pfund Pfennige bezahlte. Das Stift überließ wiederum die Vogtsteuer um dieselbe Summe, um welche sie an sich gebracht hatte, dem Propste von Neuzell, behielt sich aber die Vogtei und Gerichtsbarkeit vor, 1413.

Die Bewohner von Schönenbach gehörten zum Dinghofe in Remetschwil und Adlisberg. Die Leute hatten zur Leistung der Mäderfrohnen auf dem langen „Brül" zu erscheinen. Sch. hatte einen Ortsadel: 1288 ist ein Bertholdus von Sch. genannt. Die Schüler gehören zur Schule in Staufen, Pfarrei Brenden, Dekanat Waldshut.

Kirchliches

Schönenbach war ursprünglich ein Filial der Pfarrei Höchenschwand. Mit der Zeit erhielt es die Erlaubnis, die Toten in Grafenhausen zu beerdigen und die Kinder dahin zur Taufe zu bringen. Um 1622 wurden die Bewohner ganz mit der Pfarrei Grafenhausen vereinigt, nachdem sie zum Wiederaufbau der im Jahre 1622 abgebrannten Pfarrkirche ihre Frohnen und Dienste einfrig geleistet hatten. Die St. Nicolauskapelle in Sch. cum venia celebrandi (mit Celebrationserlaubnis) wurde im 18. Jh. erbaut, 1894 rest., 32 Quadratmeter, stillos.

Heute gehört nur das Dorf Sch. zur Pfarrei Grafenhausen. Weiler Unterschwarzhalden, Schwarzabruck, Hof Kriesenbauer gehören zur Pfarrei St. Blasien. Weiler Oberschwarzhalden, Bockstallers Säge, Holzstoffabrik, Waldhüterhaus gehören zur Pfarrei Schluchsee.

LEO-BW

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(der Bestand enthält neben jenem im Bregtal, nahe Furtwangen, weitere Orte „Schönenbach")