Sumpfohren

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Donaueschingen, S. 18 ff.:

Gemeinde

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Sumpfohren

50

126

145

271

Summa

50

126

145

271

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 50 f.:

Sumpfohren

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

204

282

255

253

Ortsname

Das südliche Pfohren, so genannt im Gegensatz zu dem nördlich davon gelegenen Pfohren.

Schreibweisen: Suntpforran, 883; Sumpforron, 1292; Sumpfhorn, 1325; Sumpforea, 1583.

Geographisches

699 Meter, Post und Bahnstation Neudingen Dorf am nördlichen Fuße des Fürstenbergs, 9,3 km von der Amtsstadt. Arzt und Apotheke Hüfingen 5,3 km.

Gemarkung: Größe im ganzen 416 Hektar, Eigentumsgrundstücke 853, Wohngebäude 51, landwirtschaftliche Betriebe 50, aufgeteilte Allmende 22 Hektar.

Wirtschaftliches

(St. v. 16.5.25): Landwirtschaft. Gewerbe: 1 selbst. Kaufmann, 2 selbst. Handwerksmeister.

Ortsgeschichte

Der Ort ist erstmals urkundlich 883 als „Sunphorran" erwähnt. Am 14. Februar 883 setzte Kaiser Ludwig der Dicke, der seinen Wohnsitz nach seiner Abdankung im Jahre 887 in der Baar selbst aufschlug, in einem Tausche die Überlassung eines Mansus (spätlat. von manere, bleiben, wohnen - Hufe) Königsgutes an St. Gallen fest. Das Spital zum hl. Geist in Villingen, von der Fürstin Agnes, Gemahlin des Grafen Heinrich von Fürstenberg, um 1285 gegründet, besaß 1292 eine Wiese im „Rohr" zwischen Fürstenberg und Sumpfohren. Der Ort war bis 1806 fürstenbergisch. Das Schulhaus ist 1835 erbaut.

Funde: Im Torfmoor Broncefunde von Pfahlbauten - Alemannische fränkische Reihengräber. Der Flurname „Herweg" (1507) beweist, daß hier eine römische Heerstraße durchzog.

Kirchliches

S. war 1324 Filiale zu Donaueschingen. 1493 erhielt es einen eigenen ortsansässigen Kaplan. Der Altar seiner Kirche war der Mutter Gottes, der hl. Agatha und dem hl. Silvester geweiht. Die Anstellung eines eigenen Geistlichen in S. wurde vor allem durch die hochherzige Stiftung des Pfarrers Johannes Röttenbacher in Wyningen ermöglicht, der wohl aus der Gegend stammte. Lehensherr der Kirche blieb das Kloster Reichenau, doch zu seinen Lebzeiten übte der Stifter das Präsentationsrecht aus. Wegen Mangel an Weltpriestern mußte der Cistercienser Ambrosius Humber 1657 die Kaplanei S. neben den Pfarreien Neudingen und Fürstenberg mitversehen. 1684 wurde S. eigene Pfarrei.

Die Pfarrkirche wurde bei der Errichtung der Kaplanei zu Ehren des hl. Papstes Silvester 1493 erbaut. Der stattliche Kirchturm stammt aus dem Mittelalter. Er ist viereckig, hat gewaltige Mauern, diente in unruhigen Zeiten als Zufluchtsort. 1884 wurde die Kirche restauriert, 24 x 7,8 x 10 Meter, ohne einen besonderen Stil, erhöht gelegen (10 Stf.). Der Gottesacker ist 0,1 km entfernt.

Das Pfarrhaus ist Ende 17. Jhs. erbaut, 1882 umgebaut, 1907 restauriert, bei der Kirche erhöht gelegen.

LEO-BW

www.leo-bw.de/web/guest/ergebnisliste-gross/-/Suchergebnis/liste/GROSS