Titisee

 

Das an den fürstenbergischen Teil des Sees angrenzende Gebiet von Altenweg, Jostal, Schildwende und Spriegelsbach erscheint im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts unter dem Namen „die teller", ab 1455 als die „vier taeler" zusammengefaßt. 1806 badisch, Bezirksamt/Landkreis Neustadt. 1929 wurde der Gemeindename „Viertäler" in „Titisee" umbenannt.

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Neustadt, S. 29 ff.:

Gemeinde

Vierthäler (Altenweg), bestehend aus ...

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Oberaltenweg, bestehend aus ...

... Ankenbauernhof

4

10

10

20

... Bläsisbauernhof

1

4

5

9

... Boldischenhof

1

5

3

8

... Gantershof

2

5

7

12

... Geigershof

1

6

6

12

... Laveten (Wirthshaus)

1

1

2

3

... Oberbäckenbauernhof

2

3

7

10

... Steiertenhof

3

6

12

18

... Teisenhof

2

8

6

14

... Tonishof

2

2

9

11

... Unterbäckenbauernhof

2

9

6

15

... Weisenhof

8

24

21

45

Unteraltenweg, bestehend aus ...

... Baschishof (mit Siedles Gießerei)

14

32

38

70

... Brücklebauernhof

2

8

7

15

... Bürkleshof

5

16

16

32

... Feuerberg

11

26

27

53

... Hermeshof

2

7

10

17

... Hinter Bierhäusle

1

11

7

18

... Kreuzbauernhof

11

17

29

46

... Riesleshof

5

13

13

26

... Schlegelshof

2

5

5

10

... Schwarzenbären (Wirthshaus)

1

9

6

15

... Spiegelhalden (Wirthshaus)

1

3

4

7

... Winterhaltershof

1

5

9

14

Josthal, bestehend aus ...

... Balzenhof

2

6

8

14

... Berggrunderhof

3

10

14

24

... Hasenbauernhof

4

12

9

21

... Hohlgraben (Wirthshaus)

1

1

2

3

... Josenhof (Wirthshaus)

4

12

11

23

... Kaisershof

2

8

5

13

... Klausbubenhof

3

10

7

17

... Kristenfallershof (mit Schnatterthal)

5

17

12

29

... Kurethof

3

9

13

22

... Lorenzenhof

4

7

10

27

... Mattenbauernhof

4

17

14

31

... Oberhöfen

3

8

10

18

... Schottenhäuser

6

18

15

33

... Schwörershof

1

6

10

16

... Simonshof

2

6

7

13

... Tannacker

4

9

12

21

... Tisenbläsishof

2

5

7

12

... Unterhofen mit ...

4

11

9

20

... Bierhäusle

2

6

3

9

... Urishof

3

13

11

24

... Waidbacherhof

1

6

7

13

Schildwende, bestehend aus ...

... Benediktenhof

2

7

6

13

... Dietrichshof

2

6

3

9

... Gaißbauernhof

1

1

2

3

... Griesbacherhof

1

9

6

15

... Holzhof

2

2

9

11

... Joseppenhof

1

5

1

6

... Knöpfleshof

1

2

3

5

... Oehlershof

1

5

6

11

... Pfaffenhof

2

7

5

12

... Pfrengleshof

4

5

8

13

Spriegelsbach, bestehend aus ...

... Fürsatz

1

4

4

8

... Hänslisbauernhof

1

3

4

7

... Heiligenbrunnen (Wirthshaus)

4

8

13

21

... Hilpertenhof

5

5

11

16

... Höflershof

3

6

12

18

... Josleshof

2

5

4

9

... Kleisermartinshof

2

4

6

10

... Tengesenhof

3

7

7

14

... Zipfelhannesenhof

3

9

11

20

Summa

189

532

582

1.114

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 61:

Viertäler

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

745

955

1151

1356

Ortsname

Die vier Täler der Gemeinde.

Schreibweisen: „die Teller", zw. 1411-1435; „die vier teller item Altweg [Altenweg], Bruchelspach [Spriegelsbach], Schiltwendi [Schildwende], die Welsch-Ordna [Jostal]", 1484.

Geographisches

857 Meter, Zinken Unter- und Oberaltenweg, Springelsbach (mit einem Hause Heiligenbrunnen), Schildwendi und Jostal mit Zinken Eckbach und Hohlengraben, Schnattertal, Höfe Seehöfe, einige Häuser am Titisee.

Gemarkung: Größe im ganzen 2996 Hektar, davon sind Ackerfeld 481 Hektar, Wiesen 432 Hektar, Wald 1060 Hektar. Eigentumsgrundstücke sind es 283, Wohnhäuser 182, landwirtschaftliche Betriebe im ganzen 126, davon haben eine Fläche von unter 2 Hektar 22, 2 bis unter 10 Hektar 55, 10 bis unter 20 Hektar 16, 20 bis unter 50 Hektar 33.

Wirtschaftliches

(St. v. 16.6.25): Land- und Forstwirtschaft. Gewerbe:

- Altenweg, Nebenort der Gemeinde: 3 Wirtschaften, 4 Gasthäuser, 2 Bäcker, 2 Krämer;

- Joosthal: 1 Wirtschaft, 2 Gasthäuser, 2 Bäcker;

das Ganze zählt 11 selbst. Kaufleute, 11 selbst. Handwerksmeister.

Industrie: 83 Industriearbeiter, alle außerhalb ihres Wohnortes beschäftigt.

Ortsgeschichte

Viertäler ist erstmals zw. 1411-1435 als „die Teller" urkundlich erwähnt. 1484 wurden die 4 Täler: Altenweg, Brückelspach, Schiltwendi und die Welsch-Ordna genannt. Viertäler war bis 1806 fürstenbergisch (Landgrafschaft Baar), kam dann an Baden. Das Schulhaus Altenweg ist ziemlich neu bei Errichtung der Unterlehrerstelle 1908 erweitert. Zum Schulverband gehören: Altenweg, Spriegelsbach und Titisee. Joostal, zertreut liegender Nebenort der Gemeinde Viertäler bildet mit Schildwende einen Schulbezirk. Das Schulhaus wurde 1840 erbaut. Ein Teil vom Zinken Joostal gehört zum Schulverband Waldau.

Kirchliches

V. ist Filiale zur kath. Stadtpfarrei Neustadt. In der Gemeinde sind mehrere Filialkapellen und zwar: a) Privateigentum:

1. Kapelle St. Margaritha V.M. zu Heiligenbrunnen, erbaut 15. Jh., rest. 1895, 28 qm, stillos, auf einer Anhöhe gelegen. Daselbst war früher eine Wallfahrt. Man wallfahrtete zu einer Quelle Heiligenbrunnen;

2. Kapelle zu Ehren des hl. Bischofs Nicolaus beim alten Bären in Titisee. Die Bauzeit derselben ist unbekannt, 66 qm.

b) Die Stadtpfarrkirche hat die Baupflicht zu der Kapelle des hl. Bekenners Jodokus in Joostal, erbaut 16. Jh., rest. 1890, 48 qm, stillos, auf einer Anhöhe gelegen. Daselbst ist hl. Messe an St. Johannes des Evangelisten und am Aschermittwoch.

LEO-BW

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