Unadingen

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Donaueschingen, S. 18 ff.:

Gemeinde

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Unadingen

139

331

394

725

Eulenmühle

1

7

6

13

Grünburg

1

3

7

10

Posthaus

1

8

3

11

Summa

142

349

410

759

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 53 f.:

Unadingen

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

594

692

617

670

Ortsname

Bei den Angehörigen des Unnot.

Schreibweisen: Unnodingen, 1150; Undingen, 1275; Unnendingen, 1484; Unadingen, 1525.

Geographisches

748 Meter, Dorf auf einer Anhöhe westlich der Gauchach, 12,5 km von der Amtsstadt. Post und Bahnstation, Arzt und Apotheke Löffingen, 6 km. Die Gemeinde besteht aus Dorf Unadingen, den Höfen Posthaus 2,1 km und Grünburg 2,3 km, dem Weiler Eulenmühle 3,7 km, 2 Bwhrn.

Gemarkung: Größe im ganzen 1275 Hektar, Eigentumsgrundstücke 2680, Wohngebäude 121, landwirtschaftliche Betriebe 121, aufgeteilte Allmende 88 Hektar.

Wirtschaftliches

(St. v. 16.6.25): Landwirtschaft. Gewerbe: 2 selbst. Kaufleute, 8 selbst. Handwerksmeister. Industrie: 22 Industriearbeiter, davon sind 19 außerhalb ihres Wohnortes beschäftigt.

Ortsgeschichte

Der Ort ist erstmals urkundlich 1150 als „Unnodingen" erwähnt. U. war bis 1806 fürstenbergisch (alndgrafschaft Baar). Das Schul- und Rathaus wurde 1847 erbaut. Am 20. Mai 1916 war in U. ein großer Brand. Zur Erinnerung daran ist an einem Hause der hl. Georg dargestellt.

Ortsadel von Unadingen: 1150 ist ein Heinrich von Unnodingen angeführt.

Burg Grünburg: Ein im 13. und 14. Jh. blühenes Dienstmannengeschlecht nannte sich nach der Burg Grünburg. Nach dem Aussterben dieser Familie kam die Burg an die von Blumberg, dann an die von Allmshofen. 1513 ging sie durch Kauf an Fürstenberg über. Die Grünburg lag ca. 1,5 km von dem Dorfe herwärts der Lochmühle an der Gauchen auf einem von Felsen umgebenen Berge. Um 1780 stand da noch ein 8 - 10 Schuh hohes Mauerwerk. Die Reste des ehemaligen Schlosses Grünburg wurden von den Bewohnern der Umgebung abgebrochen, zur Ausbesserung ihrer in den Franzosenkriegen demolierten Häusern, auch zu Neubauten verwendet. Heute ist das Mauerwerk vollständig abgetragen. Auch ist keine Spur mehr eines Grabens vorhanden. Die Baustelle ist mit Gesträuch überwachsen. Nur die Flurnamen, der nach der Baustelle Grünburg führt, und Heuberg erinnern noch an das damalige Schloß Grünburg.

Fund: In der Nähe des Ortes wurde ein Depotfund von Broncegegenständen gemacht.

Kirchliches

1275 gehörte die Kirche U. in das Dekanat Pfohren, ebenfalls 1324, zwischen 1360-70 in das Dekanat Löffingen. 1483 wurde Ulrich Ott durch den Waffenträger Johannes von Almshofen auf die Pfarrkirche in U. präsentiert. 1782 vertauschte Fürstenberg das Patronat von U. zugleich mit dem der Kaplanei Hayingen gegen das dem Konstanzer Bischof zustehende von Donaueschingen, weil die Residenzpfarrei für die Regierung und den Hof von besonderer Wichtigkeit war.

Auf grund der neuen Patronatsverhältnisse kam unterm 8. Mai 1809 zwischen der fürstenberg. Standesherrschaft und der bad. Regierung ein Patronatsaustausch zustande. U. wurde nun fürstliches Patronat. 1860 ging das Patronat auf den Erzbischof über.

Die jetzige Pfarrkirche St. Georgii M. ist 1725 im Renaissance-Stil erbaut, 1888 restauriert, 26 x 8 x 6 Meter, eben gelegen. Vor derselben steht der gotische Turm. Oben in demselben sind gotische Fenster mit Fischblasenmaßwerk. Die Turmhalle hat ein schönes Steingewölbe. Am Schlußstein ist das fürstenbergische Wappen. Der Chor ist auf drei Seiten des Achteckes geschlossen, wurde bei der Restauration modernisiert. An der Evangelienseite ist eine Wandnische mit Tabernakel, altem Eisenverschluß und Relief mit Kreuzigung. Das Sakramenthäuschen stammt aus der spätgotischen Zeit des Mittelalters. Dasselbe diente wohl ehedem zur Aufbewahrung des Allerheiligsten Sakramentes.

Der Gottesacker 0,5 km mit Friedhofkapelle B. Mariä V. sine venia celebrandi, 1879 erbaut, 29 Quadratmeter, Eigentum der Kirchengemeinde. Die Baupflicht hat der Gottesackerkappelenfonds. Das Pfarrhaus ist 1726 erbaut, nach Osten an ein Bauernhaus angebaut, bei der Kirche eben gelegen.

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