Waldhausen

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Donaueschingen, S. 18 ff.:

Gemeinde

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Waldhausen

15

45

46

91

Summa:

15

45

46

91

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 61:

Waldhausen

Bevölkerung

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

105

183

98

134

Ortsname

Hausen im Wald.

Schreibweisen: Waldhusen, 1150; Waldhusen, 1292; Walthusen, 1446.

Geographisches

702 Meter, Dorf in einem Seitentälchen, westlich von Bräunlingen, 11 km von der Amtsstadt. Die Gemeinde besteht aus Dorf Waldhausen, Hof Waldhäuserhof, Einzelhaus (Bittelbrunn) und der abgesonderten Gemarkung Hof Dellingen.

Gemarkung: Größe im ganzen 613 Hektar, Eigentumsgrundstücke 264, Wohngebäude 19, landwirtschaftliche Betriebe 19.

Ortsgeschichte

Der Ort ist erstmals urkundlich 1150 als „predium Walthusen" - Grundstück W. - erwähnt. W. war S. Gallisches und St. Petersches Gebiet. Im Jahre 769 gab Matzo alle seine Güter in W. an St. Gallen und im gleichen Jahre Chrodhoch und seine Gemahlin Raginswinda Besitz in Baldingen. 1444 ging das Dorf W. aus. Leute und Gut kamen in Abgang. W. war nur noch eine Ödung. Später entstand durch Waldrodung von Bräunlingen aus wieder ein Ort, vielleicht seit 1555 zugleich mit Ober- und Unterbränd. W. war bis 1806 fürstenbergisch, hat eigene Schule.

Vorgeschichtliche Grabhügel: Südlich vom Orte erhebt sich der Hügel auf der Windstelle. 1845 wurde eine Gruppe von 26 teils kreisrunden, teils länglichen Grabhügeln entdeckt. Man fand darin Skelette, eine kleine Bronce, Ohrring, sonstige Broncegegenstände, wie schön gestanzte Gürtelbleche, Fibeln, Nadeln, Ringe. Im Jahre 1880 wurde am Abhange auf der „Windstelle" eine ausgemauerte, runde Vertiefung aufgedeckt. Vielleicht ist es ein Keller eines Hauses des ehemaligen Dorfes W. Der Waldname Schlößleberg läßt auch vermuten, daß an der Stelle ehedem ein Schlößlein stand. Es kann auch ein römischer Wartturm gewesen sein.

Der Flurname „Herweg" zeigt, daß hier eine Römerstraße durchzog. Auch der Flurname Schalmacker läßt darauf schließen. Hier war wahrscheinlich ein römischer Wartturm, denn Schelm - Leiche, lat. Campus - die Begräbnisstätte der im Wartturm Gehenkten. Das Schul- und Rathaus ist 1896 erbaut.

Kirchliches

W. ist eine Filial zu Bräunlingen. Der Ort, der 1446 ausgegangen war, hatte schon vorher eine Kapelle mit zwei Glocken. Um dieselben besser zu verwahren, nahm der Graf Eugen zu Fürstenberg sie mit fort. Die eine ließ er auf seine Schloßkapelle auf dem Wartenberg bringen, die andere aber in die Kapelle U.L. Frau zu Bregen, die 1446 erstmals genannt wird. Die Glocken sollten zurückgebracht werden, sobald der Ort wieder besiedelt würde.

Das neue Dorf W. erhielt 1663 nach langer Zeit wieder seine Kapelle. Die jetzige Filialkapelle St. Blasii Ep. M. in W. ist 1899 erbaut, 91 Quadratmeter, stillos, auf kleiner Anhöhe in einem Wäldchen. Außer Abhaltung von vier hl. Messen jährlich ist am Patrozinium eine hl. Messe. W. hat eigenen Stiftungsrat.

LEO-BW

www.leo-bw.de/web/guest/ergebnisliste-gross/-/Suchergebnis/liste/GROSS