Wolterdingen

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Donaueschingen, S. 18 ff.:

Gemeinde

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Wolterdingen

137

336

406

742

Unterbeckenhof

1

10

5

15

Summa

138

346

411

757

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 57 ff.:

Wolterdingen

Bevölkerung *)

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

757

800

843

803

Ortsname

Bei den Angehörigen des Wultard.

Schreibweisen: Wuldartingas, 772; Wulterdingen, 1308; Wultardingen, 1352; Wulterdingen, 1524.

Geographisches

717 Meter, Dorf an der Breg, 6,3 km von der Amtsstadt. Post und Bahnstation, Arzt und Apotheke Donaueschingen, 6 km. Die Gemeinde besteht aus Dorf W., den Höfen Überbeckenhof und Lettenacker (Ziegelhof), 1 km, Ziegelei Hintere Schand, 1,2 km, Einzelhaus (Gurges), 0,9 km.

Gemarkung: Größe im ganzen 1592 Hektar, Eigentumsgrundstücke 173, Wohngebäude 147, landwirtschaftliche Betriebe 129, aufgeteilte Allmende 86 Hektar.

Wirtschaftliches

(St. v. 16.6.25): Landwirtschaft, Waldarbeit. Gewerbe: 5 selbst. Kaufleute, 15 selbst. Handwerksmeister. Industrie: 3 Fabriken (Glasfabrik), 71 Industriearbeiter, davon 17 weibliche, 16 sind außerhalb ihres Wohnortes beschäftigt. Wohltätigkeit: Schwesternhaus (Frauenverein) mit Kreuzschwestern Hegne für Hauskrankenpflege, Kinderbewahranstalt.

Ortsgeschichte

W. ist erstmals urkundlich 772 als „Wultardingen" erwähnt. Der alte Ort W. taucht erstmals in einer Urkunde vom Jahre 772 auf, durch die Sighihar Güter von seinem dortigen Besitz an St. Gallen überläßt. Auch Reichenau erhielt in W. von Berthold V., dem letzten Alaholfinger (+ 963), Güter geschenkt. Die Kirche dürfte jedoch älter sein. Bis 1803 war es fürstenbergisch, 1903 war ein großer Brand, Kirche und ein großer Teil des Ortes wurde eingeäschert.

Ortsadel von Wolterdingen: 1102 ist ein Ritter Luitpold „de Vultirtingen" genannt. Von der Burg sind keine Spuren mehr vorhanden. Nur die Flurnamen „Auf der Burg", „Bürgle", erinnern noch an dieselbe. Die Flurnamen „Herhag", Hertweg" (1507) zeigen, daß eine römische Heerstraße durch das Bregtal zog. Fund: Ein Broncebeil wurde entdeckt.

Kirchliches

Zu W. war um 830 eine St. Kilianskirche. 1275 war ein Magsiter Konrad Kirchenrector in W. im Dekanat Pfohren. 1340 ist die Kirche des guten S. „Kylians" zu W. genannt. Zwischen 1360 bis 70 ist die Kirche mit der Filiale „Überbecken" (Überbeckenhof) im Dekanat Löffingen erwähnt. 1371 gehörte der Kirchensatz der Kirche W. zu dem unter der Burg Zindelstein gelegenen Hofgut des Johann Jochen. 1479 wurde ein Stephan Lang auf die Pfarrei zu W., die durch den Tod eines gewissen Heinrich Vogel frei war, durch den Grafen Heinrich von Fürstenberg präsentiert.

Die 1903 abgebrannte Kirche ad St. Kilianum wurde 1860 erbaut. Die jtzige gotische Pfarrkirche ad St. Kilianum wurd 1903/04 wieder aufgebaut, 32 x 14 x 12 Meter, eben gelegen.

Der Gottesacker ist 0,6 km entfernt. Das Pfarrhaus ist 1855 erbaut, bei der Kirche eben gelegen. Das älteste Standesbuch datiert von 1594. An der Außenseite eines Hauses ist ein Gemälde: Eine Krönung Mariä. In der Gemarkung W. sind bei 19 Feldkreuze. Es war Sitte, in dem Ortsetter und im Feld Kreuze zu errichten. Die meisten noch stehenden Kreuze entstammen der Zeit zwischen 1853 - 1918. Seit 1901 widmen sich Barmherzige Schwestern aus dem Provinzhaus Erlenbad der Privatkrankenpflege, einer Kinder- und Arbeitsschule.

LEO-BW

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*) einschl. Zindelstein