Zindelstein

 

Auszug aus:

„Beiträge zur Statistik der inneren Verwaltung des Großherzogthums Baden", Ministerium des Inneren (Hrsg.), Carlsruhe, 1855 (nach der Bevölkerungsaufnahme vom Dezember 1852); Seekreis - Bezirksamt Donaueschingen, S. 18 ff.:

Gemeinde

Zahl der Familien

Zahl der Personen, davon

männlich

weiblich

gesamt

Zindelstein

20

44

67

111

Summa

20

44

67

111

Auszug (ohne Quellenangaben in Fußnoten) aus:

„Die Gemeinden der Amtsbezirke Donaueschingen und Neustadt in historischer Darstellung", Heizmann, Ludwig (Hrsg.), München, 1933, S. 61:

Zindelstein

Bevölkerung *)

Anzahl Einwohner

1825

1875

1900

1925

757

800

843

803

Ortsname

Stein, Fels des Sindolt, auch Stein, der von den Ringmauern weithinaus in das Tal leuchtet. Zur Zeit der Kreuzzüge sei ein Ritter der Burg Zindelstein in das hl. Land gezogen. Nach einigen Jahren Abwesenheit brachte er einen großen Karfunkelstein aus dem Oriente mit. Den hat er in dunklen Nächten auf die Ringmauern gelegt, so daß der Stein weithinaus in das Bregtal leuchtete. Deshalb soll das Schloß den Namen Zindelstein bekommen haben.

Schreibweisen: Sindlstein, 1225; Zindelstein, 1524.

Geographisches

Zindelstein besteht aus den Zinken Vorderzindelstein, 3,7 km, Einzelhaus (In der Au), 4,7 km. Einzelhäuser (Auf dem Berg, Schwarzbuben), 5,3 bis 5 km, Zinken Schmelzdobel, 6,6 km, ist Haltestelle der Bregtalbahn.

Ortsgeschichte

Zwischen den beiden Zinken Ober- und Unterzindelstein sind die Ruinen der ehemaligen Burg. Sie ist 1225 erstmals urkundlich als „in castro Sindelstein" erwähnt. Die Burg gelangte mit dem Zähringischen Erbe an das Haus Fürstenberg. 1354 ist Graf Hug von Fürstenberg als Herr zu Zindelstein genannt. Im Bauernkriege wurde sie zerstört. Nur rauchgeschwärzte Mauern blieben übrig. Z. war bis 1806 fürstenbergisch. Z. hatte nur durchschnittlich 55 bis 60 Einwohner. 1920 wurde die kleine Gemeinde abgebaut und mit Wolterdingen vereinigt, wohin es kirchlich gehört.

Kirchliches

Benedictiner Propstei. Gegenüber der Burg Zindelstein auf dem Tierstein bei Wolterdingen soll früher ein Kloster und in dessen Nähe eine große Handelsstadt gewesen sein. 1321 ist ein Fronhof St. Blasiens zu „Wulterdingen", 1489 ein St. Blasienhof erwähnt. Auf diesem Hofe war wohl eine St. Blasianische Niederlassung, ein Sanatorium, Erholungsheim, Propstei für erholungsbedürftige Patres und Schüler des Kloster-Gymnasiums St. Blasien. Die Stadt, Laubenhausen genannt, habe sich eine Stunde Weges weit erstreckt. Wann sie zerstört worden ist oder sonst ihren Untergang gefunden hat, ist nicht bekannt. Jedoch geschah es bestimmt noch vor der Gründung von Villingen. Im Jahre 1119 ist die Stadt Villingen durch die Grafen von Zähringen erbaut worden, kam dann 1197 erblich an die Grafen von Fürstenberg. Laubenhausen ist heute ein Waldname bei einem Ringwald zwischen Bregenbach und Mistelbrunn (Näheres cf. Heizmann, Die Klöster und Kongregationen der Erzdiözese Freiburg, 1930, S. 41 f.).

Wallfahrt zum „Rückenwehkreuz" bei Zindelstein. Dieser Steinbildstock mit dem ruhenden Christus stammt von1616. Er ist das Ziel mancher Wallfahrt der an Rückenweh Leidenden. Ebenso ist ein Steinbildstock, der aus 1594 stammt, einen um 1920 neugefertigten ruhenden Christus an dem Bergwege zwischen Bräunlingen und Donaueschingen. Dieser Bildstock ist gleichfalls das Ziel vieler mit dem Rückenleiden behafteten Pilger.

LEO-BW

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*) einschl. Wolterdingen

Ergänzung zum Ort „Laubenhausen" (s.o.):

Gottwalt, Franz: „Laubenhausen" - eine versunkene Stadt. Oder nur eine Viehweide? - Reste eigenartiger Steinmauern geben Rätsel auf, Almanach Schwarzwald-Baar-Kreis, 1981, S. 116 ff.

 

Gottwalt, Franz: „Laubenhausen, eine ehemalige Keltensiedlung?", Almanach Schwarzwald-Baar-Kreis, 1992, S. 107 ff.

 

Morrissey, Christoph: „Vom Himmelberg zum Krumpenschloss. Vor- und frühgeschichtliche Wallanlagen im Schwarzwald-Baar-Kreis", Almanach Schwarzwald-Baar-Kreis, 2005, S. 110 ff.