Bliibene un Gangene

Das Buch von

Edgar Hermann TRITSCHLER

„Bliibene un Gangene“

Die Nachfahren von Hubert Tritschler und seiner Frau Paulina Heine,

Begründer einer vielköpfigen Sippe in Villingen und Anderswo“

Ettlingen, 1989, 261 Seiten

 

stellt die Dokumentation einer Nachfahrenreihe dar, wie sie von Hubert Tritschler (1843 – 1899) und seiner Frau Paulina Heine (1848 – 1927) ausging. Motiv und Thema dieser Arbeit kommen in dem bewusst in alemannischer Mundart ausgedrückten Titel zum Ausdruck: Es geht – ausgehend von Villingen im Schwarzwald – um Nachfahren, die in ihrer Heimatstadt geblieben sind und dort teils über mehrere Generationen ihr Leben verbrachten. Diesem bodenständigen Anteil der bislang sechs Nachfahren-Generationen steht ein anderer Teil gegenüber, dessen räumliche Mobilität in besonderem Maße hervortritt.

 

Das im Titel der Arbeit genannte Ehepaar hatte acht Kinder, davon drei Söhne. Fünf Töchter verheirateten sich in Villingen und gründeten teils große Familien, deren Namen in Villingen weite Verbreitung fanden. Ein Sohn kehrte nach Wanderjahren in seine Heimatstadt zurück und wurde später als „Polizei-Tritschler“ in Villingen bekannt. Mit seinen acht Kindern blieb der Familienname in Villingen, von wo aus der Name weitere Verbreitung fand. Die beiden weiteren Söhne von Hubert und Paulina Tritschler wanderten um das Jahr 1900 als Uhrmacher nach England aus; sie gehörten einer Berufsgruppe an, die zu ihrer Zeit in Villingen eine hervorragende Ausbildung in diesem aufstrebenden und für den Schwarzwald typischen Handwerk erfuhren und mit diesem in England sehr gefragt waren. Beide Brüder, Franz Xaver Tritschler (1873 – 1957) und Wilhelm Hubert Tritschler (1878 – 1947)  verheirateten sich in England und blieben mit ihren insgesamt zehn Kindern in England bzw. Wales. Die weitere Entwicklung dieser beiden Familien war in der Folge einerseits geprägt durch weitere Auswanderungen von Söhnen und Töchtern sowie andererseits durch die beiden Weltkriege, in die Soldaten aus den Nachfahrenfamilien in verschiedenen Armeen beteiligt waren. Die „Gangene“ leb(t)en in England, Wales, USA, Canada, Neuseeland, Australien, Afrika und anderen Regionen der Erde. Dieser reizvolle Kontrast, der in der Nachkommenschaft einer Familie ausgeprägte „Nesthocker“ und ebenso ausgeprägte „Zugvögel“ hervorbrachte, war es, der den Autor vor dem Hintergrund einschneidender und von beiden Familienzweigen erlebter Schicksale zu dieser Arbeit motivierte. In zahlreichen Biographien und genealogischen Informationen sind die Lebensläufe von Menschen skizziert, die vor dem Hintergrund der Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie der allgemeinen Wirtschafts- und Sozialgeschichte das Leben ihrer Familien in einen bis dahin unbekannten internationalen Kontext stellten.

 

Durch die Vorarbeiten zu dieser Veröffentlichung ergab sich ein mehrjähriger Schriftwechsel „rund um den Globus“, der vielfältige neue Erkenntnisse und Begegnungen brachte.